Montag, 20. März 2017

[Rezension] "Die Schöne und der Tod" von Bernhard Aichinger

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Titel: Die Schöne und der Tod 
Autor: Bernhard Aichinger
Verlag: Btb Verlag
Reihe: Band 1
Seiten: 256
Preis: Taschenbuch: 9,99€
Erschienen:11.04.2016
 Wertung:  5 / 5





Klappentext:
Die Schwester seiner ersten großen Liebe bringt sich um. Totengräber Max Broll muss sie begraben, doch damit nicht genug: Margas Leiche wird aus dem noch frischen Grab entführt. Warum? Und vor allem: von wem? Gegen den Willen der Polizei nimmt Broll, zusammen mit seinem besten Freund Johann Baroni, einem pensionierten Fußballstar, die Sache selbst in die Hand. Für die beiden beginnt ein Wettlauf um Leben und Tod.

Meine Meinung: 
Bernhard Aichner war mir schon von der "Totenfrau" -Reihe ein Begriff und von daher wusste ich bereits, auf was ich mich einlasse. Dieser Autor hat nämlich seine ganz eigene Art von Schreibstill. Der Grund dafür ist Aufbau seiner Dialoge. Anführungszeichen gibt es keine. Stattdessen sieht es mit den Bindestrichen eher wie eine Aufzählung aus. Wer was spricht, muss beim genauen Lesen herausgefunden werden. Auf den ersten Blick wirkte dies anstrengend aber ich komme damit ganz gut zurecht.

Immer wieder aufs Neue  faszinierte mich jedoch die Phantasie des Autoren. Als Max Vater schwer krank wird, verzichtet er auf seinen Job und seine große Liebe, Emma. Inzwischen lebt er in einem idyllischen Dorf und hat die Arbeit seines Vaters, als Totengräber übernommen. Dieses neue Leben gerät aus den Fugen, als sich Emma plötzlich bei ihm meldet. Ihre Schwester hat Selbstmord begangen und er soll sie nun beerdigen. Doch damit nicht genug, denn plötzlich verschwindet ihre Leiche spurlos. Max und seine Freunde begeben sich in Lebensgefahr, um das Rätsel der verschwunden Leiche zu lösen.

Auf ein solches Thema zu kommen, zeugt von Phantasie.  Die Figuren, aber auch die Situation wurde noch gar nicht vorgestellt.  Es dauerte aber nicht lange, bis mir die Figuren durch ihren individuellen Charme ans Herz gewachsen waren. Wer diese chaotische Bande nicht sympathisch findet, der wird an diesem Buch keine Freude haben.
Der Protagonist Max ist kein Polizist oder Detektiv, sondern ein ganz normaler Mensch, der auf die absurdesten Ideen kommt, um den Dieb der Leiche zu finden. Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft ich lauthals losgelacht oder einfach nur geschmunzelt habe. Dieser Krimi ist einfach nur amüsant.

Bernard Aichner hat einen Krimi konzipiert, der voller Humor und Spannung steckt. Dabei hat er auf jedes winzige Detail geachtet. Seine Charaktere sind individuell und menschlich. Auch die Situationen, Schauplätze und Emotionen wurden authentisch dargestellt. Ich hatte stets das Gefühl mitten im Geschehen zu sein. Durch die vielen Details konnte ich alles direkt vor meinem Auge sehen. Wer jetzt aber davon ausgeht, dass der Autor dabei lange Sätze verwendet, der täuscht sich. Nicht nur bei den Dialogen, sondern auch im normalen Text, setzt der Autor auf staccato. Viele kurze Sätze, die aber voller Details stecken.

Bis zum Schluss ist der Inhalt so abgedreht, spannend und witzig, dass er auf seine Art und Weise fesselnd ist. Ich habe stets nach dem Motiv gegrübelt und wurde mit diesem Ende völlig überrascht. Das Ende fängt so leicht an, explodiert wie ein Feuerwerk, um sanft auszuklingen. Ich empfinde es als grandios und gut durchdacht.

Das Buch bekommt von mir volle 5 Sterne. Bernhard Aichinger mausert sich allmächlich zu einem meiner Lieblingsautoren :-)

Danke an das Bloggerportal für dieses Rezensionsexemplar!

[Rezension] "Das Spiel" von Richard Laymon

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Titel: Das Spiel
Autor: Richard Laymon
Verlag: Heyne Verlag
Reihe: /
Seiten: 512
Preis: Taschenbuch: 9,95€
Erschienen:05.03.2007
 Wertung:  3 / 5



Klappentext: 
Eines Tages erhält die junge Bibliothekarin Jane einen Fünfzig-Dollar-Schein und die Aufforderung, sich an einem ominösen „Spiel“ zu beteiligen: Wenn sie jeweils mitternachts eine bestimmte Aufgabe löst, dann verdoppelt sich ihre Belohnung. Sie macht mit. Die ersten Aufgaben sind noch leicht, doch sie werden härter – bis es kein Zurück mehr gibt: Das „Spiel“ artet zu reinstem Terror aus ....

Meine Meinung: 
Nachdem ich bereits "Das Haus" von Richard Laymon gelesen habe und davon begeistert war, stand für mich schnell fest, dass ich auch weitere Bücher des Autors lesen möchte. Meine Wahl fiel dabei auf "Das Spiel", das von der Kurzbeschreibung sehr spannend klang. Nun, Spannung war letztendlich tatsächlich da, allerdings besitzt die Geschichte auch so einige Schwäche.

Auffällig ist hierbei, dass Richard Laymon die Geschichte an sich zwar sehr spannend beschreibt, ihm allerdings auch vollkommen egal zu sein scheint, ob man die Figuren sympathisch findet oder eben nicht. Diese sind zwar an sich gut ausgearbeitet, allerdings fand ich hier keinen einzigen Sympathieträger, womit ich dann doch ein kleines Problem habe. Dennoch fand ich die Idee an sich, dass Jane , mitsamt ihres Begleiters Brace, immer wieder Aufgaben erfüllen muss und dafür belohnt wird, sehr interessant, nur leider gab es für mich dabei zu viele Logikfehler, über die ich nicht hinwegsehen konnte.

Jane gehört zu den Figuren, die ich absolut nicht ins Herz schließen konnte, denn sie ist mir viel zu egoistisch und geldgeil veranlagt, sodass sie mir fast von der Seite an unsympathisch war. Zwar sind diese Charakterzüge durchaus wichtig, um dieses "Spiel", geleitet vom "Master of Games", tatsächlich durchzuziehen, allerdings hat mir bei ihr insgesamt das gewisse Etwas gefehlt. Dazu gab es mir bei dem Spiel, bzw. dessen Aufgaben zu viele Zufälle, die zum Teil die Spannung aus der Geschichte herausgenommen haben.

Das Cover ist für mich jetzt nicht gerade der größte Hingucker, passt allerdings hervorragend zur Geschichte, sodass man bei dieser Gestaltung nicht meckern kann. Die Kurzbeschreibung liest sich sehr spannend und war mit der Grund, weshalb ich dem Buch unbedingt eine Chance geben wollte.

Kurz gesagt: "Das Spiel" ist an sich sehr interessant, leidet aber enorm unter den Figuren, mit denen ich bis zum Schluss nicht warm wurde. Gleichzeitig haben sich in die Geschichte zu viele Logikfehler eingeschlichen, sodass ich diese an sich zwar gut, aber nicht überragend fand. Dennoch: Für Laymon-Fans ein absolutes Muss.


Von mir bekommt "Das Spiel" daher 3 Sterne! Danke an das Bloggerportal für dieses Reziexemplar!